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>> AktuellesDer feurige Wagen
nach JANSEN, W., in Heimatkalender Kreis Ahrweiler 1927
Ritter der Burg, die das arme Landvolk bis aufs Blut ausbeuteten, um desto mehr wüste Zechgelage und tolle Feste feiern zu können, starben am Vorabend der Hainer Kirmes eines gewaltsamen Todes. Zur Strafe für ihre Schandtaten müssen sie nun, wie sie früher so oft in frevlem Übermut getan, alljährlich in der Nacht vor der Hainer Kirmes durch die Fluren fahren, zum Quackenbach auf Laach zu, am Herchenberg vorbei nach Rheineck, doch jetzt im feurigen Wagen, der bespannt ist mit feurigen Rossen, sie selbst als Feuermänner aus der Hölle; so geht die wilde Fahrt in rasendem Galopp, über Stock und Stein, unter lautem Krachen und Poltern, unter Johlen und Schreien dahin. Dort, wo der Wagen hinfährt, wird der Boden ausgedörrt und liefert nur spärlichen Ertrag.
Eine solche Wagenspur will man noch in einem unfruchtbaren Streifen Landes erkennen, der sich von Niederdürenbach zum alten Walpodenkreuz, dem Schaareskreuz am Wege Oberdürenbach-Hain, hinzieht.
Eine Frau, die vor einigen Jahren starb, wollte in jungen Jahren den Wagen gesehen haben. Als sie einmal vor der Hainer Kirmes gegen Mitternacht eben den Hausputz beendete, hörte sie ein lautes Getöse wie von einem in rasender Fahrt dahinjagenden Wagen, Pferdegetrappel, Heulen, Johlen und Schreien. Da sah sie denn auch den feurigen Wagen den Burgberg hinabrollen zum Quackenbach hin. Sie soll bis an ihr Lebensende an den Spuk geglaubt haben.
