Architekturgeschichtliche Entwicklung

Burg Olbrück ist eine typische Höhenburg. Der rautenförmige Grundriss passt sich den Geländegegebenheiten an. Die exponierte Lage auf dem 460 m hohen Phonolithkegel und die Fernsicht in das strategisch bedeutsame Seitental des Rheins und Teile der Eifel machten sie zu einem wichtigen Stützpunkt mit herforragenden Überwachungsmöglichkeiten.

Die Burg spielte zu Zeiten des Mittelalters in Friedens- wie in Kriegszeiten eine wesentliche Rolle, da sich in Niederzissen schon seit den Römern zwei bedeutende Verkehrswege kreuzten. Der ursprünglich gerodete, rundum steil abfallende Burgberg stellte einen sehr effektiven natürlichen Schutz dar. Auch die weniger steile Ostseite des Berges war aufgrund eines zusätzlichen Zwingers kaum zugänglich. Im Süden befand sich der imposante, von zwei Türmen flankierte Palas.

Die gesamte Anlage wurde von einer abschlließenden Ringmauer umgeben, von der noch einige wenige Reste erhalten sind. Diese war mit dem südwestlich vorgelagertem Bastionsturm durch einen Wehrgang verbunden, dessen Unterbau noch aus der ersten Bauzeit stammt. Der heute erkennbare Torbau und Aufbau des Bastionsturmes sind aus späterer Zeit (1875).


Gruzndriss Burg Olbrueck

Der Haupteingang befand sich auf der Nordostseite. Der Weg dorthin führte - anders als heute - ursprünglich um die Westseite der Burg, so dass Angreifer - zumeist Rechtshänder - den Verteidigern ihre ungeschützte Seite präsentierten. Aus dem gleichen Grund sind auch gewendelte Treppenaufgänge in Burgen nach diesem Prinzip gebaut. Durch das nordöstlich gelegene Haupttor, ursprünglich ein imposantes Torhaus mit Wehrfunktion, gelangt man in die Vorburg, in der rechts mit großer Wahrscheinlichkeit Stallungen, Vorratsräume und Wohnbereiche untergebracht waren. Wie die meisten Bauten waren auch diese mit gewölbten Kellerräumen versehen. Die Stallgebäude bildeten zusammen mit dem östlich gelegenen Zwinger und dem Haupttor in der Spitze die Schenkel eines Keils.

Ein weiteres innen liegendes Tor schützte die Kernburg, die von einem inneren Bering umschlossen wurde. In der Kernburg befanden sich der Wohnturm, der Palas und zwei weitere Wohngebäude.

Von ihrer Funktion als Wohnunterkunft entwickelte sich die Burg aufgrund der vielfältigen Besitzverhältnisse zur Ganerbenburg. Verschiedene Familien besaßen separate Wohn- und Nutzgebäude; öffentliche Bereiche wie Tore, Wege, Brunnen, die Kapelle und der Bergfried waren allen gleichermaßen zugänglich. Im Belagerungszustand verbarrikadierten sich alle Parteien zuletzt im Wohnturm zusammen und verteidigten die Burg gemeinsam gegen die Angreifer.


(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken